|
|||
Was machst Du mit den zahlreichen Kokosnüssen auf Eurer Insel? Ich packe mein Taschenmesser aus, nehme einen Eimer Sand, schnappe mir drei Affen (auf dieser Insel ebenso zahlreich wie Kokosnüsse) und schwuppdiwupp – habe ich ein gut funktionierendes Stromaggregat ala McGyver, das meine 10 000-Watt-PA antreibt. Diese habe ich kurz vorher aus Bambus, einigen Palmblättern und diversen Koalas gezimmert. Danach schaue ich mir Gilligan’s Island auf dem Plasmabildschirm an. Dieser besteht aus Lichee-Rinde und selbstgeschnitzten Spinnenhautplazentas. Blöd nur, dass der Fernseher so leicht schimmelt. |
|||
![]() |
|||
Welche Musik hörst Du am liebsten, während Du am Strand liegst ? Wenn die drei Affen ordentlich in die Pedale des Stromaggregats treten, träume ich von Blumfeldern oder schaue mir die Sterne an. Bis die Ärzte kommen, betätige ich mich dann aktiv mit meinen Sportfreunden und verbringe so Fantastische Vier Stunden. Irgendwo ertönen dann die Klänge eines Emergency on Planet Earth und jemand ruft: „Rhythmn is love!“. Ich, selbst nicht sonderlich superstitious, denke nur: „Oh Bauer, wir tanzen im Viereck.“ Ganz schön Tricky. Du hast ein Stück Pergament für eine Flaschenpost. Was würdest Du drauf schreiben? „Stromaggregat: Man nehme ein paar Kokosnüsse, einen Eimer Sand und drei Affen. Mit dem McGyver-Taschenmesser alles so bearbeiten, dass die Melange nicht weniger als 16 Ampére erzielt.“ Die Flasche würde ich kaputt hauen und mir aus den Scherben einen Schnellhefter bauen, in dem ich das Pergament abhefte. Fertig ist die erste Seite meines Do-It-Yourself-Heimwerker-Bandes. Was bedeutet Dir das abendliche Musizieren mit den Jungs? Man kennt das ja: Auf meinem schimmligen Plasmabildschirm kommen mittags Gerichtsshows, am frühen Abend spackige Daily-Soaps und ab acht hat man echt keinen Bock mehr auf Fernsehen. Also gehe ich eben in den Proberaum…Nein, im Ernst: Wie Keziah Jones schon ganz richtig meinte: „Rhythmn is love.“ Ich liebe die Jungs. Und die Mucke. Fertig. Ben hat heimlich Rum auf der Insel versteckt. Was tust Du? Nichts. Schließlich habe ich nicht umsonst zwei Faultiere abgerichtet, die mich stündlich mit leckeren Cocktails und sonstigen einheimischen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken versorgen. Im Übrigen verstecken die Leute ja immer das, was ihnen am liebsten ist. Jens hat am Strand einen Stoffteddy vergraben. Was wolltest Du auf einem Auftritt schon immer mal machen? Einem Leguan den Kopf abbeißen. Diese ewigen Fledermäuse werden doch auf Dauer langweilig. Gab es eine Zeit vor Inselteam Stereo? Legendär: der erste Auftritt mit Troublespot. Ich war 14 oder 15 und mir rissen nacheinander zwei Gitarrensaiten und der Gitarrengurt verabschiedete sich, als gerade der Mikroständer zusammenklappte. Kurz danach sorgten die Vibrationen auf der Bühne dafür, dass der Hocker unseres Schlagzeugers samt Schlagzeuger und zwei Becken einfach hinten die Bühne runterkippte. Ich versuchte mich am Gitarrenkabel zu erhängen, aber die Leute hatten ihren Spaß. Später nannten wir es Rock ´n´ Roll. Zweite Etappe: Mr Jones. Mit schwarzen Anzügen und weißen Hemden im echt reifen Alter von 17-19 waren wir die ganz großen Knaller im südhessischen Raum. Im Ernst, kein Frühlingsmarkt, Abi-Gedöns oder Kaninchenzüchterfest, das wir nicht mit Rockversionen von Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Ray Charles oder Chuck Berry beglückt hätten. Immerhin durften wir den alternden Trevor Burton mal als Vorband unterstützen. Größter Auftritt: Das Bundesjugendfeuerwehrfest (sic!) in Bensheim. 2000 Menschen, stark alkoholisiert, fanden uns gar nicht so schlecht. Weiß der Himmel warum. Neues Alter, neue Musik, alte Leidenschaften. Im Jahr 2001versuchte ich mich mit meinem Freund Benny (dem, der damals mit seinem Schlagzeug von der Bühne krachte) an etwas anspruchsvollerer Funk-Jazz-Soul Musik. Und weil das noch mehr Leute machen wollten, gründeten wir areafunky5. Mit neun Musikern auf der Bühne inklusive Bläsersatz, Percussion und diversen Sängern machte die Sache auch wirklich Spaß. Zeitweise mit dabei war auch Inselteam-Basser Jens, mit dem ich vorher in eine WG gezogen war. Ein bis zwei Jahre mit einigen schönen Auftritten im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus folgten, aber irgendwie war die Luft raus, bevor sie richtig drin war. |
|||